Psychologische Unterstützung für geflüchtete Ukrainische Familien
Seit Beginn des Krieges begleitet der Ukrainische Verein Mainz e. V. ukrainische Geflüchtete und Familien auf ihrem Weg durch Flucht, Ankommen und Leben im Exil. Viele Menschen erleben nicht nur die Folgen von Krieg und Verlust, sondern stehen gleichzeitig vor der Herausforderung, sich in einem neuen Land zu orientieren, ihre Familien zu unterstützen und ihren Alltag neu aufzubauen. Deshalb schaffen wir Räume, in denen Belastungen verstanden, Ressourcen gestärkt und neue Perspektiven entwickelt werden können. Unsere psychologische Arbeit verbindet fachliche Unterstützung, Gemeinschaft und kultursensible Begleitung.
Was bereits aufgebaut wurde:
In den vergangenen Jahren konnten wir mit großzügiger Unterstützung des Ministerium für Familien, Frauen, Kultur und Integration in Mainz ein vielfältiges psychosoziales Unterstützungsangebot für ukrainische Geflüchtete und Familien entwickeln.
- über 200 psychologische Unterstützungsgruppen
- über 300 individuelle psychologische Beratungen
- rund 50 Seminare für Eltern
- 20 kunsttherapeutische Kurse
- Integrationsprojekt „My Story of Integration“ durchgeführt
UNSER ANSATZ: WEITERGABE VON RESILIENZ STATT TRAUMA
Aus unserer Arbeit entstand der Ansatz „Weitergabe von Resilienz statt Trauma“.
Wir gehen davon aus, dass Menschen nicht nur Belastungen und traumatische Erfahrungen weitergeben, sondern auch Bewältigungsstrategien, Hoffnung, Verbundenheit und innere Stärke. Viele Geflüchtete leben nicht nur mit Erinnerungen an Krieg und Flucht, sondern befinden sich in einem Zustand des Exils – zwischen Herkunft und Neubeginn, Verlust und Zukunft. Deshalb steht für uns nicht nur die Reduktion von Belastung im Mittelpunkt, sondern auch die Förderung von Resilienz, Selbstwirksamkeit, Zugehörigkeit und innerer Kohärenz.
Aktueller Schwerpunkt: Resilienzgruppe Mainz
Ein aktueller Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Resilienzgruppe Mainz, die zwei Mal jährlich über 12 Wochen stattfindet.
Das Gruppenangebot verbindet psychologische und kunsttherapeutische Methoden und wird von zwei Psychologinnen und zwei Kunsttherapeutinnen begleitet. Im Mittelpunkt stehen emotionale Regulation, Ressourcenaktivierung, Anpassungsprozesse im Exil sowie die Stärkung von Resilienz und Verbundenheit. Die Gruppe folgt einem neuen Format, das psychologische und kunsttherapeutische Arbeit miteinander verbindet. Gleichzeitig wird das Projekt wissenschaftlich begleitet, um Erfahrungen, Wirkfaktoren und Entwicklungsmöglichkeiten systematisch zu erfassen.
Unser Team
Unser Projekt wird von einem interdisziplinären Team aus Psychologinnen und Kunsttherapeutinnen getragen.
Psychologin (M. Sc.), Psychotherapeutin i. A. (TP)
Dr. Nataliya Möser
Psychologin (M. Sc.), Sozialcoach.
Zhanna Bondar
Kinder- und Familienpsychologin, Kunsttherapeutin
Oksana Byrka
Monumentalmalerin und Kunsttherapeutin
Klementyna Hokun
Ausblick
Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen möchten wir das Projekt weiterentwickeln und verstetigen.
Geplant sind:
- fortlaufende Resilienzgruppen
- Seminare und Schulungen für Fachkräfte und Organisationen
- Weiterbildungsangebote für ukrainischsprachige Psycholog
- wissenschaftliche Begleitung und Evaluation
- Ausbau von Kooperationen und Netzwerken
Unser Ziel ist es, Menschen nicht auf ihre Belastungen zu reduzieren, sondern ihre Ressourcen, ihre Würde und ihre Entwicklungsmöglichkeiten zu stärken.
Teilnehmerstimmen
Veröffentlichungen und Medienberichterstattung
Regionale Medien und Gemeinschaftsprojekte haben wiederholt über die psychologische Arbeit der Ukrainischen Gesellschaft Mainz berichtet.
SWR Aktuell Rheinland-Pfalz (2025)
„Resilienzgruppe für Ukrainerinnen und Ukrainern in Mainz hilft, Traumata zu bewältigen“
Lebenswege Online-Museum Rheinland-Pfalz (2024)
„Zeitzeugenporträt: Dr. Nataliya Möser“
Allgemeine Zeitung Mainz (2024)
„Echte Geschichten über Integration im Mainzer Stadthaus“